Villa Rosenau besetzt!

Kino Siebdrucki Konzertraum Sitzungsraum, Info-tea Internet access 1500 TV-Sender
Freiräume verteidigen
VILLA BLEIBT
Gegen den Abriss der Villa Rosenau www.villarosenau.ch.vu
Sonntag 31.August 2008

Punk-Konzert

Squatted since September 2004.

Am 2. September 2004 wurde die Villa Rosenau, das letzte Haus der abgerissenen Sozialnotsiedlung Rosenau in Basel, bei einer Wohnungsnots-VoKü; besetzt. Die Polizei verfolgte die Besetzung von Anfang an, aber da sie den Besitzer des Hauses nicht in kurzer Zeit herausfinden konnte, wurde die Besetzung vor einer kurzfristigen Räumung verschont, und die Polizei musste ihr Aufgebot von mehreren Kastenwagen wieder abziehen. Seit dem wohnen 10 bis 15 Menschen dort, es gibt etwa alle 2 Wochen ein Konzert und ein Kino ist eingerichtet. In der Villa gibt es Strom und fliessend Wasser und auch Breitband-Internet, das zur freien Nutzung hier offensteht. Seit dem 5. Februar 2005 gibt es diese Website.

Rechtliches

Das Haus Liegt auf einer Tiefbauparzelle (Strasse, Autobahn) in Basel und ist nicht mehr im Grundbuchamt verzeichnet. Besitzer ist das ASTRA = Bundesamt für Strassen, welches die Verwaltung dem Tiefbauamt des Kanton Basel-Stadt überlassen hat.

1995 wurde wegen dem Bau der "Nordtangente" (unterirdische Autobahn durch die Stadt) die Sozialnotsiedlung Rosenau abgerissen, bis auf ein letztes Haus, das danach als sogenannte "Villa Rosenau" für Grenztierarzt, Baubüro und Präsentierraum für die Nordtangente, usw. zwischengenutzt wurde.

Bis die Villa Rosenau dann einige Zeit ungenutzt dastand und schliesslich am 2. September 2004 besetzt wurde.

Die Bewohner haben weder einen Miet- noch einen Gebrauchsleihvertrag: Die Villa Rosenau wird illegal bewohnt.

Strom

Seit Sommer 2005 haben wir jedoch einen Vertrag mit der IWB (Industrielle Werke Basel) für Strom und Wasser, da das Tiefbauamt den Strom und Wasseranschluss abgemeldet hatte. (oder das glaubten wir damals zumindest, der Vertrag war nur mündlich, die Rechnungen bezahlte weiterhin brav das ahnungslose Tiefbauamt. Es kamen auch Zählerableser von der IWB ins Haus, diese hatten auch nichts zu beanstanden. In einer Medienmitteilung weint das Tiefbauamt später dann, wir hätten die IWB-leute nicht ins Haus gelassen: Eine taktisch geschickte Lüge!)

Ausserdem haben wir noch einen Vertrag mit der Swisscom für den Telefon und ADSL-Anschluss.

Squat the World!

Villa Rosenau von Räumung bedroht!

Laut einem Brief des Basler Tiefbauamtes vom 26. März 2008 soll das letzte besetzte Haus in Basel, die Villa Rosenau, auf Ende Juni 2008 geräumt werden. Anstelle dieses Freiraumes soll eine so gennante "Ersatzgrünfläche" entstehen, die als Ausgleich für den Bau von Autobahnen geschaffen werden muss. Verantwortlich für die Autobahnen ist seit 1.1.2008 der Bund. Die Villa Rosenau, ein seit 2004 besetzter alternativer Wohn- und Kulturraum, ist somit konkret bedroht.

Korrektur: Die ehemalige Sozialnotsiedlung Rosenau wurde 1995 wegen der "Nordtangente" (unterirdische Autobahn durch die Stadt) abgerissen und nicht wegen Industriezonen.

26/27.Juni 2008: E-Mail vom Baudepartement

E-Mail vom Baudepartement am 26.Juni 2008
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Eigentlich wollten wir heute um 21 Uhr in Basel fuer bestehende und neu entstehende Freiräume demonstrieren. Gestern hat sich nun die Situation verändert: Die Regierungsrätin Barbara Schneider hat uns in einem Brief versichert, dass die Villa vorläufig bleiben kann und dass wir für die Nutzung des Areals höchstens einen symbolischen Betrag zahlen müssen. Somit sind unsere Forderungen, was die Villa Rosenau betrifft, grösstenteils erfüllt. Deshalb haben wir uns kurzfristig entschieden, die Demonstration nicht in der geplanten Form durch zu führen.

Heute Freitag 27.Juni 2008 um 16 Uhr wird es bei der Villa Rosenau eine VV geben, auf der unser weiteres Vorgehen besprochen wird. Kommt doch vorbei und bringt euch ein.

Weiterhin sind jedoch viele Freiräume bedroht und neue Häuser zu besetzen ist mit zunehmender Repression immer schwieriger. Deshalb bleibt unser Anliegen nach Freiraum bestehen. Wir solidarisieren uns mit La Biu in Biel und der Hegistrasse in Winterthur. Des weiteren solidarisieren wir uns mit den Freiraumkämpfen in Barcelona, Berlin und Kopenhagen.

Freiräume sind fär uns nicht nur alternative Wohnräume, sondern haben für uns auch weitere Bedeutungen: Als Kulturzentrum, als Politzentrum und als sozialer Freiraum. Unter sozialem Freiraum verstehen wir einen Ort, unabhängig von Kapital und Regierung, an dem sich Menschen hierarchiefrei begegnen, an dem keine klare Trennlinie zwischen den Organisierenden und den Konsumierenden besteht. Die Infrastruktur kann von allen genutzt werden, um eigene Projekte zu verwirklichen. Besetzte Häuser sind ausserdem Orte, wo politische Ideen und Ansichten entstehen, diskutiert und umgesetzt werden.

In Basel gibt es seit längerem nur einen solchen Raum: Die Villa Rosenau. Seit 4 Jahren versuchen viele engagierte Menschen, dieses Konzept umzusetzen. Seit das Baudepartement im März 2008 die Räumung angekündigt hat, drohte dem letzten Besetzten Haus Basels das Aus. Diese akute Gefahr scheint nun gebannt. Längerfristig ist es notwendig, dass sich viele Leute im Projekt Villa Rosenau engagieren. Wir rufen alle auf, schon dieses Wochenende damit zu beginnen und am Camp teilzunehmen.

Demo-Gruppe Villa Rosenau

Hier das Email vom 26.Juni 2008 unterschrieben von der Regierungsrätin Barbara Schneider:

E-Mail vom Baudepartement am 26.Juni 2008 [original attached file]
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11.Juni 2008: Letzte Neuigkeiten: Zur Unsicherheit betreffend der Räumungsgefahr der Villa Rosenau

In den letzten Tagen hat es einige Unklarheiten gegeben. Die Vorsteherin des Baudepartements Barbara Schneider hatte verlauten lassen, dass die Villa Rosenau nicht abgerissen werde.

Es ist nicht klar, ob es sich dabei um eine Hinhaltetaktik handelt, denn bislang hat die Regierung jegliche direkte oder indirekte Kontaktaufnahme abgewiesen. Wir, die Vollversammlung der Villa Rosenau, schätzen die Räumungsgefahr noch immer als akut ein. Wir haben heute beschlossen, am Konzept der Verteidigung der Villa Rosenau und nicht-kommerziellem Freiraum festzuhalten. Dazu brauchen wir euch alle ab dem Freitag, 27. Juni in Basel. Wer schon früher Zeit hat, um beim Campaufbau zu helfen, ist herzlich willkommen. Am besten meldet ihr euch dafür unter villableibt@riseup.net.

Um euch einen Einblick zu geben, wo die Diskussion mit den Behörden momentan steht, habt ihr untenstehend unsere Pressemitteilung vom 11.6.

Solidarische Grüsse Autonomes Medienkollektiv Basel

(P.S: Fuck EM)

11.Juni 2008: Pressemitteilung der Villa Rosenau zu den Medienberichten der letzten Tage

Wir beziehen uns auf die Stellungnahme der Regierung des Kantons Basel-Stadt, die Villa Rosenau vorerst nicht abzureissen, und die geplante Grünfläche um die Villa herum anzulegen. Wir freuen uns über diesen Entscheid. Mit der Bedingung, für unseren Wasser- und Stromverbrauch aufzukommen, sind wir einverstanden; immerhin haben wir in den letzten Jahren mehrmals sowohl dem Tiefbauamt wie der IWB gegenüber eben diesen Vorschlag gemacht (ohne darauf eine Antwort zu bekommen). Gleichzeitig möchten wir aber auf einige kritische Punkte aufmerksam machen.

Unverbindliche Zusagen der Regierung

Erstens handelt es sich bei den Aussagen von Regierung und Tiefbauamt in Zeitung und Parlament erst einmal um mündliche, unverbindliche Versprechen. Trotz wiederholter Versuche unsererseits, direkt oder indirekt mit den Verantwortlichen der Stadt zu sprechen, hat bis heute noch niemand von der Regierung oder vom Tiefbauamt mit uns oder mit sympatisierenden ParlamentarierInnen verhandelt. Um nicht täglich eine polizeiliche Räumung fürchten zu müssen, brauchen wir verbindlichere, sprich schriftliche Zusagen, dass es Ende Juni/Anfangs Juli zu keiner Räumung kommen wird.

Abgeltung

Zweitens ist in der Regierungserklärung von einer "Abgeltung für die Nutzung des Landes" die Rede, die die BewohnerInnen bezahlen müssten. Dabei ist weder klar, ob es sich um einen einmaligen Betrag oder um regelmässige Zahlungen handelt, noch wie hoch dieser Betrag sein soll. Als unkommerzieller Freiraum hat die Villa kein Geld. Dies muss also Gegenstand von Verhandlungen sein. Wir fordern die Regierung auf, auf diese Forderung ganz zu verzichten.

Räumung

Drittens hat die Regierung bislang offen gelassen, wie lange sie die Räumung aussetzen bzw. wie lange die Villa Rosenau bestehen lassen will. Ob es sich dabei um einige Wochen, Monate oder Jahre handeln soll, ist völlig offen. Auch in diesem Punkt fordern wir die Regierung dazu auf, mit uns zu verhandeln und uns schriftlich eine Mindestdauer von minimal drei Jahren zuzusichern.

Bei all diesen Unsicherheiten bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf den Widerstang gegen die Räumung vorzubereiten, es sei denn es käme in den nächsten Wochen zu einem Vertrag, mit dem alle Seiten leben können.

Vollversammlung der Villa Rosenau

07.Juni 2008: UPDATE:

Durch einer Grossratsinterpellation am 4.Juni 2008 wurde die Basler Regierung aufgefordert über die eventuelle Räumung der Villa Rosenau stellung zu nehmen. Die Regierung Antwortete darauf, dass die Villa Rosenau stehen bleiben könnte, wenn die Bewohner die Stromrechnungen (rückwirkend?) bezahlen würden PLUS eine "Abgeltung" in unbekannter höhe bezahlen sollen.

Da diese Rechungen aufgrund der zum Teil eingesetzten Elektroheizungen sehr hoch sind können die Bewohner diese warscheinlich nicht rückwirkend bezahlen. (dies ist eine Vermutung und kein offizielles Statement!)

Warum Elektroheizungen? - Durch den Umbau der Villa Rosenau in einen Schalter für den Grenztierarzt wurde der untere Teil des einen Kamins zerstört. Unter Anleitung eines Kaminfegers hatten wir das Kamin so repariert, dass es wenigstens im 1.OG benutzbar ist. Sonst wird in der billig gebauten und im Winter kalten Villa mit Holz geheizt.

Übrigens: das Tiefbauamt und die Baufirmen heizten früher im Winter hier mit nicht weniger als 6 Elektroheizungen, teilweise im Dauerbetrieb.

Kann die Villa Rosenau jetzt stehen bleiben?

Wir rechnen nicht damit.

Die uns nur mündlich vorliegenden Bedingungen scheinen dermassen schlecht zu sein, dass die Regierung und die Polizei die Villa Rosenau wohl so oder so räumen wollen.

04.Juni 2008: Vollversammlung Villa Rosenau

Stellungnahme zum Beschluss der Grossratssitzung zum Verbleib der Villa Rosenau:

Am Mittwoch, dem 4. Juni 2008, entschied die Grossratssitzung der Stadt Basel, dass die Villa nun doch nicht abgerissen werden soll. Was das nun konkret heisst, an welche Bedingungen und Forderungen die Weiternutzung der Villa Rosenau geknuepft ist, ist noch nicht klar und fuer uns darum auch kein Grund fuer einen Freudensprung. Solange wir keine schriftliche Zusicherung darueber haben, dass die Villa Rosenau nicht geraeumt wird und uns die weitere Nutzung der Liegenschaft nicht garantiert wurde, werden wir uns an unsere Verteidigungsstrategie halten, also weiterhin von einer Raeumungsbedrohung ausgehen und uns dementsprechend darauf vorbereiten.

EDIT: Es war nicht der Grosse Rat der das entschieden hat, sondern Regierungsrätin Barbara Schneider(SP) beantwortete eine Interpellation.

18.Mai 2008: Communiquee zur Begrünungsaktion

Am heutigen Sonntag Nachmittag fand bei der Villa Rosenau eine "Begrünungsaktion" statt. Der einzig wirklich grüne und belebte Ort im Industrieareal zwischen Schlachthof, Müllverbrennungsanlage und Grand Casino wurde dadurch noch lebendiger gestaltet. An der Aktion nahmen viele verschiedene Menschen teil. Neben den InitiatorInnen der "Villa Bleibt!" - Kampagne kamen auch VertreterInnen von BastA! und den Jungen Grünen. Der Kräutergarten wurde erweitert, ein neues Gemüsebeet angelegt und viele Bäume und Büsche rund um die Villa gepflanzt. Wir fordern nun das Tiefbauamt Baselstadt auf, die Räumungsdrohung zurückzuziehen. Ihr absurdes Argument, einen bereits grünen Wohn- und Kulturraum für die Schaffung einer "Ersatzgrünfläche" abzureissen, ist nun noch hinfälliger geworden. Wir haben nichts dagegen, dass rund um Villa noch mehr Grünfläche entsteht - dafür muss die Villa aber nicht abgerissen werden. Wir bleiben hier und werden das Haus bis zuletzt verteidigen!

Freiräume verteidigen - Villa Bleibt!

EDIT:
Nur damit keine verwechslungen entstehen:
Wir sind KEINE Hippies!

Politiker-Tratsch

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