Über Uns...
...zu schreiben ist schwierig:
Es gibt Menschen, welche uns kennen und viel wissen,
dann gibt es welche, denen man einiges erläutern müsste,
da sie wenig bis gar nichts über uns wissen.
Überhaupt: Was will mensch denn wissen über uns,
und veranlasst uns dazu, uns zum Inhalt dieses Textes zu machen?
Randständig, asozial, vegan, frech, jung...
und natürlich klauen wir alles, was nicht niet- und nagelfest ist, sind tendenziell faul, kompliziert und arbeitslos. Wir haben uns richtigerweise zusammengefunden, um nach einem leerstehenden, brachliegenden Gebäude zu suchen, um gemeinsam zu leben und wohnen. Gefunden haben wir deren einige, in unterschiedlichem Zustand zwar, jedoch immer sinnloser- und frecherweise leerstehend aus Gründen der Rentabilität. Mit der Villa Rosenau steht es ähnlich: Seit wir die Villa am nordwestlichen Stadtrand im September 2004 besetzt haben, führen wir die Absurdität der Mainstream-Realität vor Augen. Wer wohnt schon in einem Haus, welches offiziell als abgerissen gilt und in den Plänen des Grundbuchamtes gar nicht mehr existiert?
Wir tun es...
...aus verschiedenen Gründen, gemeinsam mit anderen Menschen hier in Basel und in anderen Städten, welche der Hausbesetzerinnen-Schublade entspringen. Wir versuchen, sagen-wir-mal, unsere Kollektivseite zu leben, zu teilen, zu kommunizieren, zu erarbeiten. Wir haben also einen praktisch-politischen Anspruch des Zusammenwohnens, welcher hier näher zu erläutern heikel ist, da die Erfahrungen dazu unterschiedlich und auch sehr persönlich sind. In unseren Augen entspricht es auf alle Fälle einer notwendigen Alternative zur Individuums-Gesellschaft, in welcher wirtschaftliche Privatisierung, Karriere, Einfamilienhaus, und Leistung propagiert wird. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es im «System» , in unserer zivilisierten Gesellschaft nicht möglich ist, vernünftig zu leben.Illegal!
Aber legitim ist das Besetzen von Wohnraum. Denn in welcher Form auch immer Menschen zusammenleben wollen, es muss möglich sein und ist es auch. Die unmittelbaren Reaktionen von Leuten, welche zum ersten Mal mit einer Hausbesetzung konfrontiert sind, widerspiegeln die gesellschaftliche Verblendung: Es erscheint -leider- vielen unvorstellbar, (Haus-)Eigentum in Frage zu stellen. «Das könnte ja jeder machen!» Genau, das wäre die richtige Konsequenz; sich den Raum nehmen, den mensch zum leben braucht.In Basel gibt es heute(2005) nebst der Villa Rosenau zwei Squats: Die Türki an der Türkheimerstrasse 62 und 64 und die Hagentalstrasse 43. (update2008: Diese anderen Squats wurden natürlich schon lange geräumt und abgerissen) Vielleicht mögen sich einige noch an die Elsie (Elsässerstrasse in Basel) erinnern, ein Squat, der nach über sieben Jahren im August 2004 ironischerweise einem überteuerten «Sozialwohnprojekt» weichen musste. Am 25. April 2005 besetzte eine Gruppe in Binningen an der Amerikanerstrasse 24/26 zwei leerstehende Häuser (viel Glück!!!), welchen der Abriss droht für die Umgestaltung des Kronenplatzes. Dort gibt es wenigstens aus der Nachbarschaft selbst Widerstand und der Abriss ist durch Gerichtsverhandlungen blockiert.* Weiter sind verschiedene Gruppen seit Monaten dabei, Häuser zu besetzen. Dank der repressiven Politik von Polizei und anderem Gesindel, war ihnen das Glück bisher weniger hold. Es genügt, wenn ein Hauseigentümer den Räumungsbefehl unterschreibt, damit die Bullerei auf Staatskosten räumt und Anzeigen verteilt wegen Hausfriedensbruch plus anderen Delikten wie Sachbeschädigung. Seit geraumer Zeit erlaubt sich die Bullerei in Basel, auch ohne Räumungsbefehl unbefugt vorzugehen.
*mitlerwile sind die Häuser in Binningen wieder leer und zugemauert...