Communiquees

Antimilitaristische Woche in der Villa

Zwischen dem 23. und 29. März öffnet die Villa Rosenau ihre Tore für die antimilitaristische Woche. Es gibt Veranstaltungen, Filme, Konzerte, Voküs, Bier und Snacks und wie immer Raum und Zeit um Leute zu treffen, Pläne zu schmieden und das eine oder andere zu bereden.

Da in der Schweiz, wie auch in Europa die Tendenz zunehmend Richtung Militarisierung des öffentlichen Raums geht, und der Anspruch der Machthabenden auf totale Kontrolle immer deutlicher wird, fassen diese Themen langsam Fuss in der linksradikalen Szene. Einzelne beschäftigen sich mit neuen Polizeigesetzen, Überwachung und anderen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, andere wiederum setzen ihre Energie auf Kampagnen gegen die Kooperation mit Kriegen, manche unterstützen MigrantInnen in ihrem Kampf um Bleiberecht oder lenken ihren Fokus auf die Auswüchse der neoliberalen Stadtentwicklung. All diese Aktivitäten machen Sinn und sind auf der Höhe der Zeit. Leider kommt aber zu selten ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz zum Zug, der klar machen würde, dass all dies in direktem Zusammenhang mit einer allumfassenden Aufrüstung steht, mit dem Ziel das kapitalistische System zu erhalten und zu schützen.

Sie wollen die Welt beherrschen bis zum Ende, wir wollen das Ende der Herrschaft auf der ganzen Welt

Betrachten wir das neue Nato-Strategie-Papier, fällt vorallem die Bedeutung der zunehmenden Verflechtung der inneren und äusseren Sicherheit auf. Der sogenannte "Proaktive Ansatz", also die Idee Konflikte mit militärischen sowie zivilen Mitteln im Keim zu ersticken, bevor sie überhaupt entstehen, mit dem Zweck die innere Sicherheit stabil zu halten um auf Biegen und Brechen eine ernstzunehmende Aussenpolitik führen zu können, verweist auf einen global spürbaren Trend der totalen Kontrolle in jeglicher Hinsicht.

Gebiete wie der Kosovo, die ihre eigene innere Sicherheit nicht herstellen können, und somit als "instabil" bezeichnet werden, werden im Zuge dieser Strategie kurzerhand von UNO und NATO (auch mit Hilfe von Schweizer Soldaten) besetzt. Dass sich diese zwei Organisationen dann auch mal in die Haare kriegen, wenns drum geht wer das letzte Wort über die Herrschaft über diese Region hat, ist eine Nebensächlichkeit. Im Endeffekt geht es ihnen nicht darum, Gewalt zu verhindern, Demokratie zu schaffen oder die Menschenwürde zu schützen, sondern einzig und allein darum, diese momentan nicht so rentable Region, für den Kapitalismus fit zu machen. Orte wo Menschen froh sind wenn sie gerade mal 150EUR im Monat verdienen, eignen sich eben perfekt als Billiglohnstandort, wären da nur nicht die mafiösen Strukturen und die Probleme an der serbischen Grenze. Ein Kriegseinsatz der Profite bringt und neue Märkte erschliesst.

Der Kosovo ist nur ein Beispiel, wo die Schweiz militant mitmischt wenn es um die kapitalitische Weltordnung geht. Diese Absichten werden auch mit der Mitgliedschaft im Schengen-Abkommen erkennbar. Mit der Begründung die Innengrenzen des Schengenraums zu öffnen, werden Personenkontrollen durch die Zollbehörden im Inland ermöglicht (jeweils im Umkreis von 30 km beidseits der Grenze), und gleichzeitig die Aussengrenzen an internationalen Flughäfen, am Mittelmeer und am Atlantik mit Hilfe Schweizer Beamter unter dem Kommando der Europäischen Agentur Frontex verschärft. Ein weiteres Beispiel ist das Schengen-Informationssystem, welches darauf abzielt "Illegale" und "Kriminelle" oder auch "potenzielle Straftäter" innerhalb des Schengenraums möglichst effizient zu kontrollieren und zu verfolgen.

Shut down Fortress Europe!

Die Festung Europa ist also längst Realität, und die Schweiz, obwohl sie sich nach wie vor neutral und humanitär gibt, Teil davon. Es gibt also genug zu tun, diese brutale Entwicklung in Richtung eines internationalen kapitalistischen Polizeistaatenbundes, aufzuhalten. Dabei sollten wir auch nicht vergessen, dass es uns beim Kampf gegen die totale Kontrolle und Ausbeutung nicht um bürgerliche Angelegenheiten wie die Wahrung der Privatsphäre gehen, sondern darum, unsere politische und soziale Freiheit zu erhalten, damit wir uns überhaupt gegen Herrschaft und Faschismus zur Wehr setzen können. Solange Selbstbestimmung nicht möglich ist, können wir auch auf humanitäre Feigenblätter wie Menschenrechte verzichten und erst recht auf wahnwitzige "friedenssichernde" Kriegseinsätze. Repräsentative Demokratie ist nichts als konstitutionelle Diktatur!

Wir wollen weder ihren Krieg, noch ihren Frieden!

23. Februar 2009: Gegen ihren Krieg und gegen ihren Frieden

Das aggressive Kriegsbündnis NATO feiert am 3.-4. April in Strasbourg (Frankreich), Kehl und Baden-Baden (Deutschland) seinen 60. Geburtstag. Gegen diese Kriegstreiberei von oben regt sich Widerstand von unten. Lokale Gruppen und ein internationales Bündnis sind zur Zeit damit beschäftigt, Demonstrationen, Festivals, Aktionen und eine Gegenkonferenz zu organisieren. An der Aktionskonferenz am 14./15. Februar, haben etwa 400 Leute teilgenommen, eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet ihr hier: http://www.dazwischengehen.org/de/story/2009/02/jetzt-gehts-richtig-los

In Deutschland sind es vor allem die interventionistische Linke und das neu gegründete lokale Bündnis Resistance des deux rives die sich mit dem Gipfel beschäftigen.
In Frankreich gibt es die Coordination Anti Otan Strasbourg und das Netzwerk Dissent!
In der Schweiz hat es das Thema Antimilitarismus nach wie vor schwer, in der Bewegung Fuss zu fassen.

1. - 8. März: Infotour durch die Schweiz.
23. März bis 29. März: Villa Rosenau, Basel: Beginn der Antimilitaristischen Woche
25. März bis 31. März: KTS Freiburg, 20 Uhr: Eröffnung des Convergence-Centers
30. März: Bertoldsbrunnen Freiburg, 18 Uhr: Make Militarism History!-- Demonstration gegen die NATO und für Versammlungsfreiheit
Make Militarism History
1. April: Villa Rosenau, Basel: Eröffnung des Infopoints
1. April: Strasbourg-Neuhof: Camperöffnung und Festival
3. April: Baden-Baden: Ganztägig Blockaden der Zufahrtsstassen; 11 Uhr: Demonstration zum Festspielhaus, Kundgebung
4. April: ab 6 Uhr Blockaden in Strasbourg und Kehl | 13 Uhr: internationale Grossdemo in Strasbourg | Anti-NATO Demo in Istanbul | Anti-NATO Demo in New-York oder Washington
5. April: Anti-Knast Demo in Strasbourg
8. April: Antirepressions-Soliparty, 21 Uhr in der KTS Freiburg

Wir halten es an dieser Stelle nicht für nötig, inhaltlich Kritik an der NATO zu üben, da dieses kapitalistische Kriegsbündnis so oder so illegitim ist, genauso wie ihre Angriffskriege im Irak, Afghanistan, im Balkan und anderswo, die sie als "Friedenseinsätze" verkaufen wollen. Nicht dass dies für uns einen Unterschied machen würde, aber zwecks Vollständigkeit möchten wir doch nochmal festhalten, dass die Schweiz durch ihre Mitgliedschaft bei der NATO-Gruppe Partnerschaft für Frieden, Teil des Projektes NATO ist.

Ein zeitlos interessanter Link mit aktüllen Beiträgen und ausführlichem Archiv über Gipfelproteste:
www.gipfelsoli.org

süddeutsches Indymedia:
http://linksunten.indymedia.org/

inhaltliche Beiträge zum Thema der Informationsstelle Militarisierung:
http://www.imi-online.de/
mafalda

13. Dezember 2008: Der Staat behebt keine Fehler -- Er ist der Fehler

Es krachen also die Banken und die Börsenkurse stürzen. Tausende von Arbeitskräften wurden freigestellt und Billionen von Franken verschwanden im schwarzen Loch der Finanzkrise. Nach den vorangegangenen gründlichen Studien sind wir zu der Ansicht gekommen, dass damit einige wichtige Indikatoren für eine Krise vorliegen

Das Gute an einer Krise ist ja, dass mensch daraus lernt. Eifrig darum bemüht, dies nicht zu tun, stellen sich nun Menschen auf die Strasse, erheben wortgewaltig ihre Stimmen in ihren Parlamenten und Ausschüssen und tun ihre ach so grosse Wut in Form von völlig idiotischen Ideen kund:

"Verstaatlicht die Banken!", "Zahlt die Boni zurück", "Regierung und Parlament sollen ihre Verantwortung wahrnehmen!" und so ähnlich tönt es effektheischend.

Es kann natürlich verlockend sein, einen unglaublich bösen Manager dazu zu zwingen, Geld zurück zu geben. Doch damit etwas an den Prozessen, die diese Krise hervorgerufen haben, verändern zu wollen, ist nur lächerlich. Nennt mensch das Problem beim Name-- Kapitalismus -- so heisst das noch lange nicht, dass mensch dann mehr verstanden hätte. Klar, Profitlogik, Konkurrenzdenken und Ausbeutung der ArbeiterInnen sind schon eine böse Sache. Aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. (Den haben nur wir.) Wäre nur der freie Markt der Bösewicht, könnte man tatsächlich alle Banken verstaatlichen, Regierung und Parlament würden Verantwortung übernehmen und alles würde wieder gut.

Die Frage sollte aber erlaubt sein, was denn der grosse Unterschied zwischen einer staatlichen und einer privaten Bank sein soll? Ist es die "demokratische" Kontrolle über die Bank? - Kaum, oder wann haben sie das letzte Mal der Postbank gezeigt, wie genau sie wen entlöhnen und was für eine Geschäftspolitik sie fahren soll? Kriegen wir dann etwa auch die Gewinne dieser Banken-? - Wohl auch nicht, oder?

Staat und Kapital sind gute Freunde, und zwar schon seit es die beiden gibt. Geht's dem einen schlecht, hilft ihm der andere, zahlen kann dann der Rest. Wollen wir also wirklich was verändern, lassen wir diese Propheten des guten Gewissen von Juso bis unia im Regen stehen und verkünden kraftvoll und völlig naiv mal wieder das Ende dieses menschenverachtenden Systems:

Nieder mit dem Kapitalismus!
Der Staat behebt keine Fehler, er ist der Fehler!

Eure unabhängigen WirtschaftsprüferInnen der Villa Rosenau, Basel

13. Dezember 2008: Krise den Banken - Gegen das System!

Die Blase ist geplatzt. Nachdem die Finanzmärkte geplündert wurden, steht nun der Kapitalismus im Rampenlicht und in der Kritik. Es gibt harte Worte gegen die Banken, Bankiers und Börsengänger: Alles Geizhälse, Bonzenpack. Und es wird gejammert über die unfairen Folgen der rücksichtslosen Mittel wie Leerverkäufe, Hedge-Fund... Doch was mit der Bankenkrise geschehen ist, hat nichts mit dem brachialen Verhalten einiger RaubtierkapitalistInnen zu tun, sondern ist die Folge des kapitalistischen Systems, welches durch seine Logik des ewigen Wachstums immer wieder zusammenbrechen muss. Es gibt keinen guten, keinen funktionierenden Kapitalismus:

Im Kapitalismus, auch Neoliberalismus genannt, ist der Profit das Mass aller Dinge. Wer also auf den internationalen Finanzmärkten mit diversen Kniffs + Tricks versucht seine Gewinne zu steigern handelt innerhalb der Logik des Systems richtig. Dass jeder Gewinn mit Verlust verbunden ist, ist dabei eine Selbstverständlichkeit die dazu führt dass Existenzen zersört oder gefährdet, Löhne gekürzt, Menschen entlassen werden. Doch das sollte uns eigentlich nicht wundern.

Natürlich sind die Milliarden Menschen doppelt verarscht, die sich tagtäglich auf dem Arbeitsmarkt prostituieren oder sich mit diagnostizierter Arbeitslosigkeit oder als Sozialfall durch den Behördendschungel schlagen, wegen Zahlungsunfähigkeit aus der Wohnung geschmissen werden und auf der Strasse leben. Sie arbeiten jeden Tag, 8 Stunden und mehr, in guten wie in schlechten Zeiten, um dem Unternehmen jenen Gewinn zu bringen, welcher im Kapitalismus überlebensnotwendig ist. Gibt es aber eine Krise, versucht sich das System zu retten, indem es die Krise auf diejenigen abwälzt, die den Gewinn überhaupt erst möglich machten.

Nun gibt es tausend Rezepte, wie der Kapitalismus erträglicher gemacht werden soll. Regulierung, Steuern, Kaufkraft sind bekannte Schlagworte. Doch welche Interessen können dahinterstecken, wenn versucht wird, ein System zu reformieren, welches Ungleichheit als Voraussetzung benötigt, Arbeitslosigkeit und Armut trotz allem Überfluss produzieren muss, damit Druckmittel vorhanden sind? Ein System, welches sich mittels Militarisierung der Öffentlichkeit vor dem Protest, dem Zorn, dem Widerstand der Ausgebeuteten schützt, wieso sollte ein menschenverachtendes System wie dieses unterstützt oder verbessert werden?

Was ist die Alternative?

Luxus für Alle- Für ein selbstbestimmtes Leben!

Es ist nicht entscheidend, wie wir unser Leben gestalten. Entscheidend ist, dass wir es tun. Dass wir selber entscheiden, wie uns unser Leben gefällt. Ob wir Widerstand leisten im Alltag, am Arbeitsplatz, streikend, um laut und kräftig die Lohnarbeit zurückzuweisen. Uns die Produktionsmittel still und heimlich aneignen, uns am Überfluss bedienen und Besitz durch Benutzung und Besetzung definieren. Ob wir Fensterscheiben einschlagen oder die Stadt mit Farbe verschönern, ob wir unsere Ideen auf Flugblätter drucken und verteilen, unsere Beziehungen herrschaftsfrei leben und solidarisch sind mit unseren Freunden und Freundinnen oder ob wir unseren Kampf ganz anders ausdrücken und neue Wege finden, Widerstand zu leisten und zu agitieren.
Kämpfen wir für unser Leben!

Villa Rosenau, Basel

20. August 2008: Neues Wohnkollektiv

Zu dieser Zeit bildet sich in der Villa Rosenau in Basel ein neues, politisches Wohnkollektiv. Aus diesem Anlass wenden wir, die Bewohner des besagten schönen, besetzten Hauses, uns an die interessierte Öffentlichkeit, um ihr unsere Anliegen, Utopien und kritischen Gedanken um den Kopf zu schlagen.

Zuerst das unangenehme, die Kritik...

Der Staat

Väterchen Staat ist nicht unser Freund. Er ist anonymisiertes, gut ausgerüstetes Gewaltpotenzial mit dem Hang, freiheitsliebenden Menschen ihre Steckenpferdchen wegzunehmen. Er ist institutionalisierte Macht, er ist Herrschaft. Und als solche schränkt er jeden von uns in unserem freien, solidarischen Ausleben unserer Bedürfnisse ein. Und als ob das nicht schon genug wäre, hat er sich noch einen grossen Bruder, die kapitalistische Wirtschaft angelächelt...

Kapitalismus

Was dem Staatsmann, der Staatsfrau der Staat ist, ist dem Liberalen die "unsichtbare Hand des Marktes". Sie regelt alles... und nichts... Sorgt also dafür, dass alles rund läuft und ist dann doch nicht schuld, wenns mal schief geht.
Noch der letzte Ecken unserer Welt wird liberalisiert, kommerzialisiert und auf Wettbewerb getrimmt. So versinken wir im Chaos dreckigsten, kapitalistischen Denkens und reihen uns, oft unbewusst, ein in die grosse Schlacht um den Profit.
Und unser Denken und Handeln, unser Sich-Ausdrücken schaltet sich gleich in einer massenkonformen, marktorientierten Kultur.

Die Auswüchse der Kultur

Kultur ist nicht nur Theater, Kino oder Konzerte. Sie umfasst auch die Art, wie wir zusammen leben, unseren Umgang mit Mensch und Tier. Unter den Vorzeichen eines kontrollwahnsinnigen Staates und einer profitorientierten Wirtschaftens wandelt sie sich zu einem brainfuckenden Ungeheuer, das alle unsere Lebensbereiche vereinnahmt. Freies, unkommerzielles Kulturschaffen und ein solidarisches Zusammenleben sind nicht mehr möglich. Mensch muss zahlen für Filme, Konzerte, nette Gesellschaft und sogar Liebe.
Patriarchat, Sexismus, Homophobie und Rassismus, man nehme sie doch bitte für selbstverständlich in dieser schönen, neuen Welt.
So gehen sie Hand in Hand, das Kapital, der Staat und die Kultur und wandeln an den Ufern eines Ozeans menschenunwürdiger Ausbeutung. Arbeit, Wohnen, Essen, Ausgang... sie sind überall. Und das kotzt uns an.

Unser Anliegen, unsere Utopie

Das alles hat in der Villa Rosenau nichts zu suchen. Wer hier lebt, "schafft" oder einfach nur ein- und ausgeht, soll dies in einem herrschaftsfreien Umfeld tun können.
Wir bieten (oder arbeiten noch daran) Raum für Konzerte, Theater, ein Atelie... ??? ... und natürlich einen Pennraum für Gäste aus aller Welt, völlig gleich aus welchen ethnischen oder sozialen Hintergründen sie kommen.

Wir verstehen uns aber nicht nur als eine kleine Insel im kommerzialisierten Meer. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und haben den Anspruch, diese zu verändern. Wir mögen uns hier frei fühlen, frei von staatlicher Repression und kapitalistischer Ausbeutung. Aber schon mit einem Blick vom Balkon holt uns die Realität ein.
Das heisst für uns, dass die Villa Rosenau auch Raum bietet für politische Projekte, die über den Erhalt dieses kleinen Freiraumes hinausgehen, um ein Bewusstsein zu schaffen, dass ein anderes, emanzipiertes Leben möglich ist. Wir rufen daher auch andere, antikapitalistische und staatsfeindliche Menschen und Gruppen auf, diesen Raum für ihre/unsere Politik zu nutzen. Wir werden es sowieso tun.

Freiräume verteidigen
VILLA BLEIBT
Gegen den Abriss der Villa Rosenau www.villarosenau.ch.vu

26/27.Juni 2008: E-Mail vom Baudepartement

E-Mail vom Baudepartement am 26.Juni 2008
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Eigentlich wollten wir heute um 21 Uhr in Basel fuer bestehende und neu entstehende Freiräume demonstrieren. Gestern hat sich nun die Situation verändert: Die Regierungsrätin Barbara Schneider hat uns in einem Brief versichert, dass die Villa vorläufig bleiben kann und dass wir für die Nutzung des Areals höchstens einen symbolischen Betrag zahlen müssen. Somit sind unsere Forderungen, was die Villa Rosenau betrifft, grösstenteils erfüllt. Deshalb haben wir uns kurzfristig entschieden, die Demonstration nicht in der geplanten Form durch zu führen.

Heute Freitag 27.Juni 2008 um 16 Uhr wird es bei der Villa Rosenau eine VV geben, auf der unser weiteres Vorgehen besprochen wird. Kommt doch vorbei und bringt euch ein.

Weiterhin sind jedoch viele Freiräume bedroht und neue Häuser zu besetzen ist mit zunehmender Repression immer schwieriger. Deshalb bleibt unser Anliegen nach Freiraum bestehen. Wir solidarisieren uns mit La Biu in Biel und der Hegistrasse in Winterthur. Des weiteren solidarisieren wir uns mit den Freiraumkämpfen in Barcelona, Berlin und Kopenhagen.

Freiräume sind fär uns nicht nur alternative Wohnräume, sondern haben für uns auch weitere Bedeutungen: Als Kulturzentrum, als Politzentrum und als sozialer Freiraum. Unter sozialem Freiraum verstehen wir einen Ort, unabhängig von Kapital und Regierung, an dem sich Menschen hierarchiefrei begegnen, an dem keine klare Trennlinie zwischen den Organisierenden und den Konsumierenden besteht. Die Infrastruktur kann von allen genutzt werden, um eigene Projekte zu verwirklichen. Besetzte Häuser sind ausserdem Orte, wo politische Ideen und Ansichten entstehen, diskutiert und umgesetzt werden.

In Basel gibt es seit längerem nur einen solchen Raum: Die Villa Rosenau. Seit 4 Jahren versuchen viele engagierte Menschen, dieses Konzept umzusetzen. Seit das Baudepartement im März 2008 die Räumung angekündigt hat, drohte dem letzten Besetzten Haus Basels das Aus. Diese akute Gefahr scheint nun gebannt. Längerfristig ist es notwendig, dass sich viele Leute im Projekt Villa Rosenau engagieren. Wir rufen alle auf, schon dieses Wochenende damit zu beginnen und am Camp teilzunehmen.

Demo-Gruppe Villa Rosenau

Hier das Email vom 26.Juni 2008 unterschrieben von der Regierungsrätin Barbara Schneider:

E-Mail vom Baudepartement am 26.Juni 2008 [original attached file]
[original raw rfc822-internet-message]

11.Juni 2008: Letzte Neuigkeiten: Zur Unsicherheit betreffend der Räumungsgefahr der Villa Rosenau

In den letzten Tagen hat es einige Unklarheiten gegeben. Die Vorsteherin des Baudepartements Barbara Schneider hatte verlauten lassen, dass die Villa Rosenau nicht abgerissen werde.

Es ist nicht klar, ob es sich dabei um eine Hinhaltetaktik handelt, denn bislang hat die Regierung jegliche direkte oder indirekte Kontaktaufnahme abgewiesen. Wir, die Vollversammlung der Villa Rosenau, schätzen die Räumungsgefahr noch immer als akut ein. Wir haben heute beschlossen, am Konzept der Verteidigung der Villa Rosenau und nicht-kommerziellem Freiraum festzuhalten. Dazu brauchen wir euch alle ab dem Freitag, 27. Juni in Basel. Wer schon früher Zeit hat, um beim Campaufbau zu helfen, ist herzlich willkommen. Am besten meldet ihr euch dafür unter villableibt@riseup.net.

Um euch einen Einblick zu geben, wo die Diskussion mit den Behörden momentan steht, habt ihr untenstehend unsere Pressemitteilung vom 11.6.

Solidarische Grüsse Autonomes Medienkollektiv Basel

(P.S: Fuck EM)

11.Juni 2008: Pressemitteilung der Villa Rosenau zu den Medienberichten der letzten Tage

Wir beziehen uns auf die Stellungnahme der Regierung des Kantons Basel-Stadt, die Villa Rosenau vorerst nicht abzureissen, und die geplante Grünfläche um die Villa herum anzulegen. Wir freuen uns über diesen Entscheid. Mit der Bedingung, für unseren Wasser- und Stromverbrauch aufzukommen, sind wir einverstanden; immerhin haben wir in den letzten Jahren mehrmals sowohl dem Tiefbauamt wie der IWB gegenüber eben diesen Vorschlag gemacht (ohne darauf eine Antwort zu bekommen). Gleichzeitig möchten wir aber auf einige kritische Punkte aufmerksam machen.

Unverbindliche Zusagen der Regierung

Erstens handelt es sich bei den Aussagen von Regierung und Tiefbauamt in Zeitung und Parlament erst einmal um mündliche, unverbindliche Versprechen. Trotz wiederholter Versuche unsererseits, direkt oder indirekt mit den Verantwortlichen der Stadt zu sprechen, hat bis heute noch niemand von der Regierung oder vom Tiefbauamt mit uns oder mit sympatisierenden ParlamentarierInnen verhandelt. Um nicht täglich eine polizeiliche Räumung fürchten zu müssen, brauchen wir verbindlichere, sprich schriftliche Zusagen, dass es Ende Juni/Anfangs Juli zu keiner Räumung kommen wird.

Abgeltung

Zweitens ist in der Regierungserklärung von einer "Abgeltung für die Nutzung des Landes" die Rede, die die BewohnerInnen bezahlen müssten. Dabei ist weder klar, ob es sich um einen einmaligen Betrag oder um regelmässige Zahlungen handelt, noch wie hoch dieser Betrag sein soll. Als unkommerzieller Freiraum hat die Villa kein Geld. Dies muss also Gegenstand von Verhandlungen sein. Wir fordern die Regierung auf, auf diese Forderung ganz zu verzichten.

Räumung

Drittens hat die Regierung bislang offen gelassen, wie lange sie die Räumung aussetzen bzw. wie lange die Villa Rosenau bestehen lassen will. Ob es sich dabei um einige Wochen, Monate oder Jahre handeln soll, ist völlig offen. Auch in diesem Punkt fordern wir die Regierung dazu auf, mit uns zu verhandeln und uns schriftlich eine Mindestdauer von minimal drei Jahren zuzusichern.

Bei all diesen Unsicherheiten bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf den Widerstang gegen die Räumung vorzubereiten, es sei denn es käme in den nächsten Wochen zu einem Vertrag, mit dem alle Seiten leben können.

Vollversammlung der Villa Rosenau

07.Juni 2008: UPDATE:

Durch einer Grossratsinterpellation am 4.Juni 2008 wurde die Basler Regierung aufgefordert über die eventuelle Räumung der Villa Rosenau stellung zu nehmen. Die Regierung Antwortete darauf, dass die Villa Rosenau stehen bleiben könnte, wenn die Bewohner die Stromrechnungen (rückwirkend?) bezahlen würden PLUS eine "Abgeltung" in unbekannter höhe bezahlen sollen.

Da diese Rechungen aufgrund der zum Teil eingesetzten Elektroheizungen sehr hoch sind können die Bewohner diese warscheinlich nicht rückwirkend bezahlen. (dies ist eine Vermutung und kein offizielles Statement!)

Warum Elektroheizungen? - Durch den Umbau der Villa Rosenau in einen Schalter für den Grenztierarzt wurde der untere Teil des einen Kamins zerstört. Unter Anleitung eines Kaminfegers hatten wir das Kamin so repariert, dass es wenigstens im 1.OG benutzbar ist. Sonst wird in der billig gebauten und im Winter kalten Villa mit Holz geheizt.

Übrigens: das Tiefbauamt und die Baufirmen heizten früher im Winter hier mit nicht weniger als 6 Elektroheizungen, teilweise im Dauerbetrieb.

Kann die Villa Rosenau jetzt stehen bleiben?

Wir rechnen nicht damit.

Die uns nur mündlich vorliegenden Bedingungen scheinen dermassen schlecht zu sein, dass die Regierung und die Polizei die Villa Rosenau wohl so oder so räumen wollen.

04.Juni 2008: Vollversammlung Villa Rosenau

Stellungnahme zum Beschluss der Grossratssitzung zum Verbleib der Villa Rosenau:

Am Mittwoch, dem 4. Juni 2008, entschied die Grossratssitzung der Stadt Basel, dass die Villa nun doch nicht abgerissen werden soll. Was das nun konkret heisst, an welche Bedingungen und Forderungen die Weiternutzung der Villa Rosenau geknuepft ist, ist noch nicht klar und fuer uns darum auch kein Grund fuer einen Freudensprung. Solange wir keine schriftliche Zusicherung darueber haben, dass die Villa Rosenau nicht geraeumt wird und uns die weitere Nutzung der Liegenschaft nicht garantiert wurde, werden wir uns an unsere Verteidigungsstrategie halten, also weiterhin von einer Raeumungsbedrohung ausgehen und uns dementsprechend darauf vorbereiten.

EDIT: Es war nicht der Grosse Rat der das entschieden hat, sondern Regierungsrätin Barbara Schneider(SP) beantwortete eine Interpellation.

18.Mai 2008: Communiquee zur Begrünungsaktion

Am heutigen Sonntag Nachmittag fand bei der Villa Rosenau eine "Begrünungsaktion" statt. Der einzig wirklich grüne und belebte Ort im Industrieareal zwischen Schlachthof, Müllverbrennungsanlage und Grand Casino wurde dadurch noch lebendiger gestaltet. An der Aktion nahmen viele verschiedene Menschen teil. Neben den InitiatorInnen der "Villa Bleibt!" - Kampagne kamen auch VertreterInnen von BastA! und den Jungen Grünen. Der Kräutergarten wurde erweitert, ein neues Gemüsebeet angelegt und viele Bäume und Büsche rund um die Villa gepflanzt. Wir fordern nun das Tiefbauamt Baselstadt auf, die Räumungsdrohung zurückzuziehen. Ihr absurdes Argument, einen bereits grünen Wohn- und Kulturraum für die Schaffung einer "Ersatzgrünfläche" abzureissen, ist nun noch hinfälliger geworden. Wir haben nichts dagegen, dass rund um Villa noch mehr Grünfläche entsteht - dafür muss die Villa aber nicht abgerissen werden. Wir bleiben hier und werden das Haus bis zuletzt verteidigen!

Freiräume verteidigen - Villa Bleibt!

EDIT:
Nur damit keine verwechslungen entstehen:
Wir sind KEINE Hippies! Freiräume verteidigen
VILLA BLEIBT
Gegen den Abriss der Villa Rosenau www.villarosenau.ch.vu

Villa Rosenau von Räumung bedroht!

Laut einem Brief des Basler Tiefbauamtes vom 26. März 2008 soll das letzte besetzte Haus in Basel, die Villa Rosenau, auf Ende Juni 2008 geräumt werden. Anstelle dieses Freiraumes soll eine so gennante "Ersatzgrünfläche" entstehen, die als Ausgleich für den Bau von Autobahnen geschaffen werden muss. Verantwortlich für die Autobahnen ist seit 1.1.2008 der Bund. Die Villa Rosenau, ein seit 2004 besetzter alternativer Wohn- und Kulturraum, ist somit konkret bedroht.

Korrektur: Die ehemalige Sozialnotsiedlung Rosenau wurde 1995 wegen der "Nordtangente" (unterirdische Autobahn durch die Stadt) abgerissen und nicht wegen Industriezonen.